Selbstständig: 4 Tipps zur Steueroptimierung in der Schweiz
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Steueroptimierung für Selbstständige in der Schweiz: ein umfassender Leitfaden
Selbstständige im Haupterwerb machen in der Schweiz mehr als 12 % der Erwerbsbevölkerung aus (Quelle: Bundesamt für Statistik). Diese hohe Zahl zeigt, wie wichtig das Unternehmertum hierzulande ist. Dennoch unterliegen Selbstständige wie alle Schweizerinnen und Schweizer einer Steuerordnung und müssen Steuern bezahlen. Bestimmte Rechtsformen haben die Ausgangslage verändert und Selbstständigen die Möglichkeit eröffnet, eine vorteilhafte Besteuerung zu wählen. Doch wie funktioniert die Besteuerung von Selbstständigen in der Schweiz konkret? Wie können Sie als selbstständig erwerbende Person in der Schweiz Ihre Steuern optimieren? Antworten finden Sie in diesem Artikel.
Wie funktioniert die Besteuerung von Selbstständigen in der Schweiz?
Bei der Rechtsform «Einzelunternehmen» sind Selbstständige in der Schweiz auf ihr gesamtes berufliches und privates Einkommen steuerpflichtig. Das bedeutet, dass die Einnahmen aus Ihrer selbstständigen Tätigkeit als persönliches Einkommen deklariert werden. Aufgrund der in der Schweiz geltenden progressiven Besteuerung bezahlen Sie Steuern entsprechend Ihrem Einkommen. Je mehr Umsatz Sie erzielen, desto mehr schulden Sie dem Staat. Dies kann beim Start Ihrer Tätigkeit als Freelancer oder im Handel ein Vorteil sein.
Wenn Sie ein Einzelunternehmen führen, profitieren Sie bis zu einem Umsatz von 500 000 € von einer vereinfachten Buchhaltung. Dadurch ersparen Sie sich insbesondere das Ausfüllen zusätzlicher Unterlagen. Sie müssen kein Kapital vorschiessen und können Ihre Tätigkeit ohne grosses Budget aufnehmen. Im Gegensatz zu anderen Rechtsformen unterliegt diese Rechtsform keiner Doppelbesteuerung (von Einkommen und Vermögen).
Wer ein Einzelunternehmen gründet, verpflichtet sich, die geltenden Gesetze und Vorschriften einzuhalten. Idealerweise nutzen Sie geeignete Tools wie Sequence für Ihre Buchhaltung und ziehen ein lokales Treuhandunternehmen oder eine Fachperson für Rechnungswesen hinzu.
Für AGs und GmbHs gelten andere Regeln.

4 Tipps zur Steueroptimierung für Selbstständige in der Schweiz
Jetzt, da Sie wissen, wie die Besteuerung in der Schweiz funktioniert, möchten Sie vielleicht erfahren, wie Sie Ihre Steuern senken können. Der Spielraum und die verfügbaren Instrumente zur Steueroptimierung für Unternehmerinnen und Unternehmer mit einem Einzelunternehmen in der Schweiz sind eher begrenzt. Erfolgreiche Unternehmen wechseln deshalb häufig zur AG oder GmbH, sobald sie einen bestimmten Umsatz erreicht haben. Dennoch finden Sie hier einige Tipps für Freelancer und Selbstständige, die eine Steueroptimierung in der Schweiz anstreben.
Payroll-Dienstleistungen: für Unternehmerinnen und Unternehmer in der Startphase
Bei Payroll-Dienstleistungen handelt es sich um einen Vertrag zwischen drei Parteien: der selbstständig erwerbenden Person, dem Kunden und dem Payroll-Unternehmen. Aus jeder Vereinbarung entstehen in der Praxis zwei Verträge: einer zwischen dem Kunden und dem Leistungserbringer und einer zwischen dem Leistungserbringer und dem Payroll-Unternehmen.
Mit diesem Status profitieren Sie von denselben Vorteilen wie Angestellte:
- Krankenversicherung;
- Krankenzusatzversicherung;
- Mindestlohn;
- Arbeitslosenversicherung.
Zudem profitieren Sie dank der Dividendenausschüttung von einem in der Regel günstigeren Steuersatz. Ein weiterer Vorteil der Payroll-Dienstleistungen ist, dass das Payroll-Unternehmen die Administration und die Auszahlung der Löhne übernimmt.
Berufliche Vorsorge und Altersvorsorgebeiträge für Selbstständige
In der Schweiz gibt es zwei wichtige Säulen der beruflichen Vorsorge:
- die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV): eine Grundabsicherung der Sozialversicherung, die von Arbeitnehmenden und Arbeitgebenden finanziert wird.
- die obligatorische berufliche Vorsorge (BVG): eine berufliche Altersvorsorge, die von Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden finanziert wird. Selbstständige sind nicht verpflichtet, sich dieser Vorsorge anzuschliessen, können dies aber freiwillig tun.
Der Anschluss an die zweite Säule (BVG) kann für Selbstständige erhebliche steuerliche Vorteile haben. Beiträge an die zweite Säule können in der Regel vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Dadurch sinken die Bemessungsgrundlage und damit die Einkommenssteuer. Für diese Abzüge gelten jedoch Grenzen, die sich von Jahr zu Jahr ändern.
Selbstständige können für ihre zweite Säule zwischen verschiedenen Vorsorgeeinrichtungen (Pensionskassen) wählen. Es ist wichtig, die Gebühren, Renditen und Anlagemöglichkeiten dieser Einrichtungen zu vergleichen. Wenn Sie einen Vorsorgeplan mit tieferen Verwaltungskosten und besseren Renditen wählen, können Sie langfristig Ihre Ersparnisse optimieren.
Geschäftskosten abziehen
Als Freelancer in der Schweiz können Sie Ihre Geschäftskosten vom steuerbaren Einkommen abziehen, um Ihre Steuerbelastung zu senken. Dabei müssen Sie jedoch bestimmte Regeln einhalten, etwa genaue Aufzeichnungen über alle Ausgaben im Zusammenhang mit Ihrer selbstständigen Tätigkeit führen. Dazu gehören Rechnungen, Quittungen, Kontoauszüge und alle weiteren Belege.
Zu den abzugsfähigen Kosten für Selbstständige in der Schweiz können gehören:
- Mietkosten (anteilig nach genutzter Fläche) und Büromaterial;
- Reise- und Transportkosten im Zusammenhang mit Ihrer beruflichen Tätigkeit;
- Kosten für berufliche Weiterbildung;
- Beiträge an Berufsverbände;
- Prämien für Geschäftsversicherungen;
- Marketing- und Werbekosten;
- Kosten im Zusammenhang mit der Führung Ihres Unternehmens, etwa Buchhaltungs- und Rechtsberatungskosten.
Um die Steuerabzüge zu berechnen, ziehen Sie einfach die gesamten Geschäftskosten von Ihrem Bruttoeinkommen ab und erhalten so Ihr steuerbares Einkommen. Bewahren Sie unbedingt Belege auf, um Ihre Abzüge bei einer Steuerprüfung nachweisen zu können. Ein Tool wie Sequence kann Ihnen helfen, Ihre Buchhaltung übersichtlich zu führen und einen Teil des Prozesses für Steuerabzüge zu automatisieren.
Wechsel zur AG/GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung)
Wenn Sie das Gefühl haben, Ihre Steuern optimieren zu können, ist es vielleicht an der Zeit, Ihr Einzelunternehmen in eine AG oder GmbH umzuwandeln. Die Besteuerung macht diese Rechtsform nicht vorteilhaft: Besteuert werden sowohl die Unternehmensgewinne als auch Ihre Einkünfte als Gesellschafterin oder Gesellschafter. Die Besteuerung der GmbH unterscheidet sich je nach Kanton.
Die GmbH ermöglicht jedoch langfristige Investitionen. Gewinne können nämlich in Immobilien, den Kauf von Lagerbeständen oder die Geschäftsentwicklung reinvestiert werden, um die Unternehmenssteuer zu begrenzen. So entwickeln Sie Ihr Unternehmen weiter und optimieren gleichzeitig Ihre Steuern.
Kurz zusammengefasst: Wie optimiere ich meine Steuern als selbstständig erwerbende Person?
Als selbstständig erwerbende Person haben Sie mehrere Möglichkeiten, Ihre Steuern zu optimieren. Welche Methode Sie wählen sollten, hängt von Ihrem Werdegang und Ihrem Umsatz ab. Sie können sich jederzeit von Ihrer Fachperson für Rechnungswesen beraten lassen.
Weniger Zeit für Administration, mehr für Ihr Unternehmen.
